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Informationen

Auszug dem neuen 
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
vom 04. August 2011 (EEG 2012)


 

6. Zu § 32 und § 33 EEG: Vergütungen für Strom aus solarer Strahlungsenergie

Die Degression für Strom aus Solaranlagen verändert sich in Abhängigkeit der in Deutschland jährlich neu installierten Leistung (Marktvolumen). Die Basisdegression beträgt 9 Prozent. Abhängig von der im jeweiligen Vorjahreszeitraum installierten Leistung kann die Degression jedoch höher oder niedriger ausfallen.

Wenn die installierte Leistung zum 30.09. des jeweiligen Vorjahres innerhalb der vorangegangenen zwölf Monate zwischen 2.500 und 3.500 Megawatt liegt, verändert sich die Degression von 9% am Jahresende nicht. Übersteigt die gemeldete installierte Leistung in diesem Zeitraum 3.500 MW, 4.500 MW, 5.500 MW, 6.500 MW oder 7.500 erhöht sich die Degression entsprechend zusätzlich um jeweils 3, 6, 9, 12 oder 15 Prozentpunkte. Sie verringert sich jeweils um 2,5, 5 oder 7,5 Prozentpunkte, wenn 2.500 MW, 2.000 MW oder 1.500 MW unterschritten wurden. Die Degression wird von dem Vergütungssatz berechnet, der am 1. Januar des Jahres galt.

Die Vergütungen können ab dem Jahr 2012 auch zum 1. Juli eines Jahres absinken: Die Vergütungssätze verringern sich um 3, 6, 9, 12 oder 15 Prozentpunkte, wenn die installierte Leistung nach dem 30. September des Vorjahres und vor dem 1. Mai des im jeweiligen Jahres registrierten Anlagen (mit 12 multipliziert und durch den Wert 7 dividiert) 3.500 MW, 4.500 MW, 5.500 MW, 6.500 MW oder 7.500 überschreitet. Auch diese Absenkung wird von dem Vergütungssatz berechnet, der am 1. Januar des Jahres gilt.

Die gemeldete installierte Leistung und den für das Folgejahr resultierenden Prozentsatz der Degression sowie die Vergütungssätze teilt die Bundesnetzagentur (BNetzA) in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bis zum 31. Oktober jeden Jahres im Bundesanzeiger mit. Zum 30. Mai teilt die BNetzA die Vergütungssätze mit, die ab 1. Juli des jeweiligen Jahres gelten.

Im Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2011 wurden der Bundesnetzagentur nach § 16 Absatz 2 Satz 2 EEG Anlagen gemeldet, die in Summe eine Leistung von rund 5 200 Megawatt aufwiesen. Damit ist der Schwellenwert von 4 500 Megawatt überschritten und der Schwellenwert von 5 500 Megawatt unterschritten. Die BNetzA hat mitgeteilt, dass zum 1.1.2012 ein Degressionssatz von 15 Prozent gilt. 14)


 

Eigenverbrauch

Nach § 33 Absatz 2 EEG besteht auch dann ein Anspruch auf eine (geringere) Vergütung, wenn Strom aus solarer Strahlungsenergie nicht in das Netz eingespeist, sondern selbst verbraucht wird (Eigenverbrauchsvergütung). Dies setzt voraus, dass der Betreiber der Anlage oder ein Dritter diesen Strom in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Anlage verbraucht hat und der Strom nicht durch ein Netz der öffentlichen Versorgung durchgeleitet worden ist.

Das Vorliegen der Voraussetzungen muss der Anlagenbetreiber durch eine Messung nachweisen. Hierzu wird ein Zähler benötigt, der sowohl den Strombezug als auch die Einspeisemenge misst. Die Differenz mit dem Solarstromzähler ergibt den Eigenverbrauch. Technische Details sind in den Richtlinien des Forums Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) geregelt. Es handelt sich nicht mehr um Eigenverbrauch, wenn der Strom durch ein öffentliches Netz durchgeleitet wird.

Um die Regelung zum Eigenverbrauch nach dem neuen EEG 2012 in Anspruch nehmen zu können, muss die Anlage zudem folgende weitere Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sie muss zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2013 errichtet werden
    und sich an oder auf einem Gebäude befinden.
  2. Ihre installierte Leistung darf maximal 500 Kilowatt betragen.
  3. Sie muss über einen Netzanschluss verfügen.

14)www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetGas/ErneuerbareEnergienGesetz/VerguetungssaetzePVAnlagen/VerguetungssaetzePhotovoltaik_Basepage.html?nn=135464 .

Die Höhe der Vergütung richtet sich nach der Größe der Anlage und dem Anteil des Eigenverbrauchs: Verbraucht der Betreiber weniger als 30 Prozent seines selbst erzeugten Solarstroms, werden ihm von dem jeweils geltenden Einspeisevergütungssatz 16,38 Ct. abgezogen. Verbraucht er mehr als 30 Prozent, beträgt der Abzug für diesen Anteil des Stroms nur 12 Ct. pro Kilowattstunde. Die Abzugsbeträge werden ab der Inbetriebnahme festgeschrieben. Sie sind somit unveränderlich. Um den Anteil des Eigenverbrauchs zu ermitteln, wird - als Bezugszeitraum - ein Jahr betrachtet.

6.1. Solare Strahlungsenergie (§32) 14)

       Freiflächenvergütung:

 

Zubau im Jahr 2011 (neu
installierte Leistung)

Degression zum
1. Januar 2012

Freiflächenanlagen und
bauliche Anlagen, die keine
Gebäude sind in
ct/kWh

Anlagen auf versiegelten
Flächen und Kon-
versionsflächen
in ct/kWh

 

 

 

 

~ 5.200 MW

15%

17,94

18,76

 

14) Diese Vergütungssätze gelten auch für Anlagen auf baulichen Anlagen, die nicht als Gebäude eingestuft werden können. Voraussetzung für den Anspruch auf Vergütung bei Freiflächenanlagen ist die Einhaltung der Flächenkategorien, die im EEG § 32 festgelegt sind Freiflächenanlagen auf Ackerflächen erhalten keine Vergütung mehr.


 

6.2. Anlagen in, an oder auf Gebäuden (§ 33)

       Degression: 9 % zzgl. bzw. abzgl. atmender Deckel, Vergütungszeitraum 20 Jahre

                               Vergütung für Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird (Einspeisevergütung) 

Zubau im Jahr 2011
(neu installierte
Leistung)

Degression für das
Jahr 2012

bis 30kW

ab 30kW

ab 100kW

ab 1MW

 

 

 

 

 

 

~ 5.200 MW

15%

24,43

23,23

21,98

18,33

 


 

                               Vergütung für den selbst verbrauchten Strom (Eigenverbrauchsvergütung) 

Zubau im Jahr 2011
(neu installierte
Leistung)

Degression
für das Jahr
2012

Eigenverbrauchsvergütung in ct/kWh

 

bis 30kW

ab 30 kW

ab 100 kW

 

Eigennutzung

Eigennutzung

Eigennutzung

bis 30%

über 30%

bis 30%

über 30%

bis 30%

über 30%

~ 5.200 MW

15%

8,05

12,43

6,85

11,23

5,60

9,98

 

Auszug dem neuen 
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
vom 04. August 2011 (EEG 2012)


5. Zu §§ 29 - 31 EEG: Vergütungen für Strom aus Windenergie

5.1. Windenergie an Land
        Degression: 1,5 %; Vergütungszeitraum 20 Jahre 

 

Jahr der
Inbetriebnahme

Grundvergütung
in ct/kWh

Anfangsvergütung
ct/kWh9)

Systemdienst-
leistungsbonus10)

Windenergie
Repowering11)

Kleinwind bis 50
kW in ct/kWh12)

2012

4,87

8,93

0,48

0,5

8,93

2013

4,80

8,80

0,47

0,49

8,80

2014

4,72

8,66

0,47

0,49

8,66

2015

4,65

8,53

0,46

0,48

8,53

2016

4,58

8,41

-

0,47

8,41

2017

4,52

8,28

-

0,46

8,28

2018

4,45

8,16

-

0,46

8,16

2019

4,38

8,03

-

0,45

8,03

2020

4,32

8,91

-

0,44

7,91

2021

4,25

7,79

-

0,44

7,79

 


9) Die erhöhte Anfangsvergütung wird fünf Jahre gewährt. Sie verlängert sich nach § 29 Abs. 2 um je zwei Monate je 0,75 % des Referenzertrages, um den der Ertrag der Anlage 150 % des Referenzertrages unterschreitet. Siehe auch Punkt 6.2 unten.
10) Der Systemdiensteilungsbonus (SDL-Bonus) wird nach § 29 Abs. 2 für Neuanlagen für den Zeitraum der erhöhten Anfangsvergütung gezahlt, sofern diese vor dem 31.01.2015 in Betrieb gehen. Die Anforderungen nach § 6 Absatz 5 EEG sind nachweislich zu erfüllen.
11) Der Repowering Bonus nach § 30 für den Ersatz vorhandener Windenergieanlagen am selben oder an benachbarten Standorten wird für den Zeitraum der erhöhten Anfangsvergütung gewährt, sofern die ersetzten Anlagen vor dem 1.1.2002 in Betrieb genommen wurden.
12) Für Kleinwindanlagen bis einschließlich 50 kW entfällt nach § 29 Abs. 3 die Referenzertragsberechnung. Für diese Anlagen wird ein Referenzertrag von 60 Prozent angenommen. Dies bedeutet, dass sie die Anfangsvergütung für den gesamten Vergütungszeitraum in Anspruch nehmen können.


5.2. Verlängerung der erhöhten Anfangsvergütung

 

Referenzertrag in (%)

Anfangsförderung
nach § 29 Abs. 2
Satz 1 in Jahren

Verlängerung der
Anfangsförderung nach
§ 29 Abs. 2 in Jahren

Gesamtdauer
Anfangsförderung in
Jahren

>= 150

5

-

5

125

5

5,56

10,56

120

5

6,67

11,67

100

5

11,1

16,1

90

5

13,34

18,34

82,5

5

15

20

Kleinwindanlagen bis einschließ-
lich 50kW unabhängig von ihrem
Referenzertrag

20

-

20

 


 

Berechnungsbeispiel I für Windenergie an Land

Windenergieanlage an einem Standort in Küstennähe, die nach § 29 Abs. 2 innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme 120 % des Referenzertrages erbringt (gemäß Anlage 3 EEG 2012). Die Anforderungen des § 6 Abs. 5 EEG zur Systemdienstleistungsverordnung werden erfüllt; Inbetriebnahme im Jahr 2012.

Gewährung der erhöhten Anfangsvergütung: 11 Jahre, 8 Monate
Berechnung: (30 / 0,75) * 2 = 80 (Monate)
80 Monate = 6 Jahre und 8 Monate zzgl. fünf Jahre Anfangsvergütung = 11 Jahre, 8 Monate

Vergütung

2012

2013

Erhöhte Anfangsvergütung

8,93

8,80

Systemdienstleistungsbonus

+ 0,48

+ 0,47

Vergütung

= 9,41ct/kWh

= 9,27ct/kWh

Durchschnittliche Vergütung: (11,67 / 20 * 8,93) + (11,67 / 20 * 0,48) + (8,33 / 20 * 4,87) = 7,52 cent/kWh(gerundet).

 


 

Berechnungsbeispiel J für Windenergie an Land

Windenergieanlage an einem Binnenlandstandort, die nach § 29 Abs. 2 innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme 90 % des Referenzertrages erbringt (gemäß Anlage 3 EEG 2012). Die Anforderungen des § 6 Abs. 5 EEG zur Systemdienstleistungsverordnung werden erfüllt; Inbetriebnahme im Jahr 2012.

Gewährung der erhöhten Anfangsvergütung: 18 Jahre, 3 Monate Berechnung: (60 / 0,75) * 2 = 160 (Monate) 160 Monate = 13 Jahre und 3 Monate zzgl. fünf Jahre Anfangsvergütung = 18 Jahre, 3 Monate

Vergütung

2012

2013

Erhöhte Anfangsvergütung

8,93

8,80

Systemdienstleistungsbonus

+ 0,48

+ 0,47

Vergütung

= 9,41ct/kWh

= 9,27ct/kWh

Durchschnittliche Vergütung: (18,25 / 20 * 8,93) + (18,25 / 20 * 0,48) + (1,75 / 20 * 4,87) = 9,00 cent/kWh(gerundet).

 


 

Berechnungsbeispiel K für Windenergie an Land

Windenergieanlage an einem Binnenlandstandort, die nach § 29 Abs. 2 innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme 82,5 % des Referenzertrages erbringt (gemäß Anlage 3 EEG 2012). Die Anforderungen des § 6 Abs. 5 EEG zur Systemdienstleistungsverordnung werden erfüllt; Inbetriebnahme im Jahr 2012.

Gewährung der erhöhten Anfangsvergütung: 20 Jahre Berechnung: (67,5 / 0,75) * 2 = 180 (Monate) 180 Monate = 15 Jahre zzgl. fünf Jahre Anfangsvergütung

Vergütung

2012

2013

Erhöhte Anfangsvergütung

8,93

8,80

Systemdienstleistungsbonus

+ 0,48

+ 0,47

Vergütung

= 9,41ct/kWh

= 9,27ct/kWh

Durchschnittliche Vergütung: 8,93 + 0,48 = 9,41 cent/kWh (gerundet).

 

 

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